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Es reicht – Das Ärgernis Display-Advertising

09.12.2016

Eine Internetrecherche ist ein einziges Ärgernis. Von wegen schnelle Suche, nur ein Klick entfernt usw. Bis man sich durch den Wust an Werbung durchgeklickt hat, ist man schon so entnervt, dass man schon fast vergessen hat, wonach man eigentlich sucht. Banner, Skyscrapper, Expanded Skyscrapper, Pop-Ups und wie sie alle heißen, blitzen und zucken am Bildschirmrand, mich vom eigentlich Text ablenkend. Und der wird häufig genug von Expanded Bannern überdeckt, die sich weigern wegzugehen, sondern jedes Draufklicken mit dem Öffnen der Website des Anbieters beantworten.

Ich bin ja Werber und deshalb weiß ich um die Notwendigkeit von Werbung. Aber weil ich Werber bin, weiß ich auch um die Notwendigkeit von Kundenorientierung. Und was auf vielen Websites passiert, ist das Gegenteil: Nicht Kundenbedürfnisse erfüllend, sondern Kunden vergraulend.

Ja, ich weiß auch, dass viele Angebote im Netz werbefinanziert sind. Ich bin auch froh, dass es so Vieles umsonst gibt. Aber das gibt keinem das Recht, mich so auf den Arm zu nehmen und so zu verschaukeln. Damit Sie das Ärgernis so richtig nachvollziehen können, suchen Sie doch mal über Google nach „Maronencreme“. Natürlich kommen sofort massenweise Rezepte, klicken Sie mal auf eine Rezeptadresse und Sie landen schneller bei DOUGLAS als sie schauen können, obwohl Sie ja kein Parfüm wollen oder beim Abonnement-Antrag, obwohl Sie ja nur wissen wollen, was Maronencreme ist. Das macht weder Spaß noch Freude, der Ärger ist so groß, dass ich in Zukunft ganz bestimmt nicht „Essen und Trinken“ abonnieren werde oder bei DOUGLAS kaufen gehe. Das ist dann meine kleine Rache!

Ich kann so langsam gut verstehen, dass Adblocker immer erfolgreicher werden. Es gibt wohl immer mehr Menschen, die sich von viel zu viel Werbung nicht mehr nerven lassen wollen. Und ich befürchte, dass diese Menschen nicht nur Werbung im Netz blockieren, sondern sich überhaupt der Werbung verweigern. Was daraus resultieren kann, kann sich jeder ausmalen, der etwas von Kommunikation versteht.

Liebe Webseiten- oder Portalbetreiber, liebe Mediaagenturen, liebes Google, schaufelt Euch nicht selbst das Grab durch Unmäßigkeit, sondern dosiert Display-Advertising so, dass es auch für kritische Konsumenten noch akzeptabel ist.

Und noch etwas zum Schluss: Schafft endlich eine vernünftige und valide Wirkungsmessung im Netz. Ich bin sicher, ganz viele Werbetreibenden würden sofort ihr Schaltungen stornieren – wegen Wirkungslosigkeit!

Wie gesagt: Es reicht, es reicht total – Ihnen hoffentlich auch, denn nur so ist die Werbeüberlastung im Netz zu reduzieren.

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