Share Economy und Marke

Second-Hand und Marke – Second-Hand Marke?

Per Zufall bin ich auf einem Flohmarkt gelandet. Einem echten Flohmarkt, auf dem alles gehandelt wurde, was Leute nicht mehr haben wollten. Und ich hatte das Gefühl, überall wird Nachhaltigkeit gepredigt, hier wird sie aber realisiert. Share-Economy par excellence.

Werkzeuge, Kleinteile aller Art, Puppen, Kleider, Geschirr, Sanitär- oder Sportartikel – es gibt nichts, was nicht angeboten wird und offensichtlich auch einen Käufer findet. Nicht nur NoName-Produkte, sondern viele Markenartikel aus den unterschiedlichsten Branchen.

Und da kommt der Marketingmensch natürlich ins Grübeln:

Alle Marken geben sich große Mühe, die Marke ins rechte Licht zu rücken und investieren viel Marketingbudget in die Kommunikation des Markenimages – aber fast immer bezogen auf Neuprodukte. Die Autohersteller haben kapiert, dass auch Gebrauchte imageprägend sind. Luxusuhrenhersteller kümmern sich um den Second-Hand Markt.

Aber was ist in anderen Branchen? Mit dem Erstverkauf der Neuware über den Handel an den User endet das Markenmanagement. Natürlich gibt es noch Wartung und Reparatur, z.B. bei Spülmaschinen. Manchmal legt man auch Wert darauf, die Langlebigkeit der Produkte herauszustellen. Miele macht das als Teil der Marke; Porsche hebt hervor, das heute noch ca. 75 % aller jemals gebauten Porsches laufen oder besser fahren.

Das Weiterverkaufen findet in den Köpfen der Markenverantwortlichen nicht statt, obwohl jeder weiß, dass das Produkt der intensivste Markenbotschafter überhaupt ist. Natürlich ist es gerade bei Massenartikel schwierig, den After Market in den Griff zu bekommen und zu behalten, aber das Internet bietet auch hier neue Möglichkeiten.

Konzepte gibt es bei der Brand Energizing schon in unterschiedlichen Ausgestaltungen. Oder sollen Amazon, Ebay und die dort vertretenen Händler das Image Ihrer Gebrauchtprodukte alleine weiter prägen? Oder der Händler am Floh-Markt?