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Wohlfühlblasen und Social Media Marketing

15.02.2017

Alle sozialen Medien selektieren Posts entsprechend den Vorlieben, die ein wie auch immer gearteter Algorithmus für Sie persönlich berechnet. Resultierend aus Ihren Posts und Ihren Likes, aus Suchanfragen und Verweildauern, aus Ihren Aktivitäten oder natürlich aus Ihrem Freundeskreis.

Die Konsequenzen kennen Sie aus vielen Diskussionen, in denen vor allem die vermuteten sozialen und politischen Scheuklappen bedauert werden. Es wird angenommen, dass ein Weltbild entsteht, das die eigene Sichtweise als die der Mehrheit begreift, weil man ja mit Gegenargumenten nicht mehr konfrontiert wird – sie sind vorher selektiert.

Das war die persönliche Ebene – aber welche Konsequenzen ergeben sich für das Social Media Marketing?

Um die Tragweite der Konsequenzen dieser Wohlfühlblase einschätzen zu können, müssen wir bei den Funktionalitäten der sozialen Netzwerke anfangen: Die bekannten Netzwerke fordern alle, dass eine Person, also ein realer Nutzer die Unternehmens- bzw. Markenseite anlegt.

Der Nutzer, der die Site anlegt, befindet sich aber schon in seiner persönlichen Wohlfühlblase. Es ist zu vermuten, dass die Unternehmens- oder Markenseite dieser Wohlfühlblase folgt. Wenn also der anlegende Nutzer bisher z.B. keine Zielgruppenaffinität an den Tag gelegt hat, werden die Posts auch nicht bei der Zielgruppe des Unternehmens oder der Marke ankommen. Und was für die Zielgruppen gilt, gilt auch für andere marketingrelevanten Parameter. Posts und damit Story Telling oder Content Marketing gehen ins Leere.

Und der Nutzer hat natürlich auch Freunde, Follower, Abonnenten usw. Hieraus ergibt sich dann der nächste Selektionsmechanismus für die Unternehmens- oder Markenpostings.

Und dass die Reichweite der Posts drastisch heruntergefahren wird, sobald das jeweilige soziale Netzwerk erkannt zu haben glaubt, dass es sich um Werbung handelt, wollen wir hier nicht weiter vertiefen.

Aber wie kann man jetzt die Wohlfühlblase des Seitenmanagers verhindern?

Überhaupt nicht!

Man kann sie nur im Interesse des Unternehmens oder der Marke gestalten. Und das heißt im Normalfall, die Unternehmens- oder Markensite muss von einem neuen User, von einem unbeschriebenen Blatt angelegt werden.

Dieses Profil muss sich dann ganz im Sinne des Marketings verhalten: Likes, Abonnements, Freunde, Suchanfragen, Fotos und Videos, die hochgeladen werden –  alle Aktivitäten müssen dem intendierten Marketing gehorchen. Dann berechnen die Algorithmen von Facebook und Co. die Wohlfühlblase so, wie es das Marketing fordert. Und dann erreichen die Postings auch die Leute, die in die Wohlfühlblase des Unternehmens oder der Marke passen.

Voraussetzung dazu ist, dass die Marke bzw. das Unternehmensmarketing genau und operational definiert sind. Und dazu empfehle ich auch hier, wie schon so oft, die Entwicklung eines sog. Markensteuerrads.

Fragen Sie uns, wir unterstützen Sie gerne…

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