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Markenpiraterie – nur der Hersteller kann die Marke schützen

06.06.2015

Markenfälscher verdienen wie Drogenbarone! Innerhalb der EU tauchten letztes Jahr 114 Millionen gefälschte Produkte auf, die einen Schaden von 50 Milliarden € verursachten. Weltweit beziffert die OECD den Schaden auf 250 Milliarden Dollar jährlich.

Jede Marke braucht Schutz vor Fälschern. Wohlgemerkt vor Fälschern, über die schon fast üblichen Querelen mit ähnlichen Produkten sprechen wir hier nicht.

Wir werden zeigen, dass letztendlich nur der Hersteller diesen Schutz realisieren kann.

Aber lassen Sie uns vorne anfangen:

Starke Marken realisieren höhere Deckungsbeiträge und bringen insgesamt mehr Profit. Das lockt natürlich Nachahmer an, die als Trittbrettfahrer vom Ruhm der Marke profitieren wollen, natürlich ohne die Investitionen in die Marke, die diese ja gerade so stark gemacht haben.

Plagiatoren, Fälscher mit gefakten oder gefälschten Produkten verdienen lt. Wirtschaftswoche wie Drogenbarone. Innerhalb der EU tauchten letztes Jahr 114 Millionen gefälschte Produkte auf, die einen Schaden von 50 Milliarden € verursachten. Weltweit beziffert die OECD den Schaden auf 250 Milliarden Dollar jährlich.

In Abwandlung von Matthäus 6, Vers 26 kann man sagen: „Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten doch“. Davor müssen Marken geschützt werden! Aber wie, wenn man Plagiat und Original gar nicht mehr auf den ersten Blick unterscheiden kann?

Marken müssen juristisch geschützt werden, aber nicht nur auf Staatsebene einzelner Länder, sondern als weltweite konzertierte Aktion. Die Ächtung der Plagiatoren muss im Herstellerland beginnen – durch Gesetze, die aber nicht nur erlassen werden, sondern auch durchgesetzt werden.

Und natürlich muss der Vertriebsweg unterbrochen werden, nicht nur für Zigaretten und Alkoholika, auf die der jeweilige Zoll ein genaues Auge geworfen hat.

Auch der Straßenhandel mit nachgemachten Prada-Taschen, die allenthalben in Urlaubsregionen angeboten werden und die Sie wissentlich als Fälschung kaufen, muss massiv unterbunden werden.

Richtig gefährlich wird es aber, wenn KFZ-Teile gefälscht und in die Vertriebskanäle geschleust werden. Gefährlich für uns als Autofahrer und natürlich für den Autohersteller, der Regressansprüche befürchten muss. Und an dieser Stelle versagt dann auch die juristische Prävention. Gegen die kriminelle Energie sind keine Gesetze und Verordnungen gewachsen, sie können nur ex post bestrafen.

Und so haben die Hersteller von Autos und Autoteilen seit langem ein System der eindeutigen Identifizierung jedes, auch des kleinsten Teils entwickelt. Im Internet können Sie für Ihr eigenes Auto nachschauen, welche Teile mit welchen Identifikationsnummern verbaut wurden. Diese Teile darf es kein zweites Mal geben, denn die Nummer ist ja verbraucht – wie bei PIN´s. Da auch bei Reparaturen die ID-Nummer getestet wird, ist das System ziemlich wasserdicht.

Lebensbedrohlich sind die Arzneifälschungen. Vielleicht nicht direkt bei Viagra-Fälschungen, vermutlich der Spitzenreiter, was Fälschungen anbetrifft.

Aber bei anderen Medikamenten schon: Lt. Handelsblatt haben 2 Hamburger Brüder von 2008 bis 2013 gefälschte Packungen des weit verbreiteten Magenmittels OMEPRAZOL in den Markt gebracht. Wert der 600.000 gefälschten Schachteln 15 Mio. €.

Fälschungen des Krebsmittels HERCEPTIN oder des Rheumamittels REMICADE tauchen auch in Europa auf – weil die Gewinnspannen horrend hoch sind.

Um solchen Fälschungen das Handwerk zu legen, hat die EU-Kommission beschlossen, dass bis 2019 jede einzelne Medikamentenpackung zweifelsfrei identifizierbar und lückenlos bis zum Hersteller zurück verfolgbar sein muss. Analoges planen die USA.

Anders als bei Autos liegt das Problem hier zusätzlich in der Vertriebskette. Jede Packung erhält beim Hersteller einen eindeutigen Code, z.B. analog dem bekannten QR-Code, jeder Vertriebsschritt registriert die ID-Nummer bis hin zur Apotheke, die das Medikament an den Patienten abgibt. Taucht irgendwo im Vertriebsweg die gleiche ID auf, muss es sich um eine Fälschung handeln, weil der ID die legale Historie fehlt. Diese Scan-Cascaden-Lösung ist sicher, aber bei 700 Millionen verkauften Packungen pro Jahr in Deutschland eine Mammutaufgabe.

Fazit:

Den Film dazu gibt es auf: www.brand-energizing.de oder auf Youtube

 

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